Zyxel NAS540 - Massenspeicher für Filmfreunde

von Albert Warnecke in Im Fokus, veröffentlicht am 06.03.2015

Streaming-High-End fürs Heimnetz. Maximal 24 Terabyte verteilt auf vier Festplatten - Zyxels NAS540 hat Platz für jede Menge Serien. Und auch für den Hobbit im Maximal Extended Director´s Cut finden sich genug Gigabyte.

Sie sind ein Digi-Hamster, der richtig viele Filme, Serien, Bilder und Musik sein eigen nennt? Bisher haben Sie mit externen Festplatten herumjongliert aber nun sind alle Steckplätze des USB-Hub belegt und außerdem nervt das dauernde Umstöpseln und Suchen.
Sie sind bereit für die "große" Lösung. Dann ist die Zyxel NAS540 das Richtige für Sie.

Zyxel NAS540 - Einmal auspacken bitte

Eigentlich ist der Zusammenbau einer NAS ganz einfach. Man zieht die Festplattenhalterungen aus den Schächten, schraubt die Festplatten mit einem kleinen Kreuzschlitz auf die Halterungen, schiebt die Halterungen wieder in die Schächte, macht den Deckel drauf und schaltet die NAS ein. Bei einer Vier-Schacht-NAS wie der Zyxel 540 nimmt das maximal zehn Minuten in Anspruch.

Nicht so bei der Zyxel 540. Hier haben die Ingenieure ein fingernagelbrechendes Klick-System aus Plastik ersonnen. Je eine Schiene rastet auf jeder Seite der Festplattenhalterung ein und fixiert so die Harddisk. Die Festplatte soll gut halten, deshalb sitzt die Schiene sehr stramm und muss beim Einbau mit Kraft abgezogen werden. Da die ganze Konstruktion aus Plastik ist muss man sanft und behutsam mit ihr umgehen.  

Die Folge: Dreißig Minuten und zwei abgebrochene Fingernägel später konnte ich den Startknopf drücken. Der Clou: Schrauben liegen bei, denn 2,5-Zoll-Festplatten werden nach wie vor festgeschraubt. Nur die großen 3,5-Zöller können eingeklickt werden. Zyxel traut der Konstruktion anscheinend auch nicht so recht: Zwei Ersatzschienen sind Teil des Lieferumfangs.

Der Deckel wird von vier Magneten an Ort und Stelle gehalten. Festplatten und Magneten, das ist normalerweise keine gute Kombi. Ich habe aber während meines Tests keine negativen Nebenwirkungen bemerkt.

Abgesehen vom Festplatten-Gefummel gibt es beim Unboxing ansonsten nichts zu meckern. Die NAS startet und ist nach zehn Minuten im Netz zu sehen. Den Hardware-Patzer beim Einbau macht Zyxel bei der Konfiguration wieder wett.

In einer NAS werkeln die vier Festplatten nicht einfach so nebeneinander her, sondern bilden einen Verbund. Im Angebot sind: RAID1 RAID5, RAID 6, RAID10 oder JBOD. Zyxel hat vorausgesehen, dass die meisten Nutzer jetzt sagen: "Hä? Keine Ahnung. Was soll ich wählen?"

Deshalb schlägt das Konfig-Programm selbständig eine sehr gute Kombi vor. Was mir gut gefällt: Die NAS gibt gleich an, wie groß der Netto-Speicher sein wird. Bei vier 1 TB-Platten stehen 2,73 TB für Ihre Daten zur Verfügung. Den Rest braucht die NAS, um die Datensicherheit zu gewährleisten.

Wenn Ihnen der Standard nicht passt, können Sie sich im Rahmen der Möglichkeiten einen beliebigen Festplattenverbund zusammenklicken.

Nachdem das Programm die Festplatten eingerichtet hat (das kann einige Stunden bis zu einem Tag dauern) finden Sie im Netzwerk den Eintrag NAS540 mit den drei Unterordnern /music, /photo und /video. Die NAS ist jetzt bereit befüllt zu werden.

Sobald Sie Ihre Musik, Fotos und Filme in die jeweiligen Unterverzeichnisse verschoben haben, ist die NAS bereit, sie an alle Empfänger im Heimnetz zu streamen.

Musik und Filme streamen

Die Entwickler haben die NAS540 mit UPnP- und DLNA-Fähigkeiten ausgerüstet. Als Media-Server kommt der bewährte Twonky-Server in der Version 7.2.10 zum Einsatz. Die NAS streamt Musik und Film auf Rechner, Smartphones, Tablets, Spielekonsolen und Smart TVs. Alle DLNA-fähigen Geräte werden unterstützt, ebenso Google Chromecast und Apple TV.

Wenn Sie Ihre Medien mit iTunes verwalten: Im Lieferumfang der NAS540 ist auch ein iTunes-Server enthalten. Alle Endgeräte greifen dann auf diese zentrale iTunes-Medienbibliothek zu. Damit sind alle Playlists auf den mobilen Geräten immer auf dem aktuellen Stand.  

Egal ob Musik oder Videos: Bei unserem Test klappte das Streaming aufs Tablet und Smartphone via BubbleUPnP oder Twonky problemlos. Auch der Fernseher hatte kein Problem damit, die Test-Trailer abzuspielen.

Weniger empfehlen können wir Zyxels zCloud App, die es für für Android und iPhone gibt, und mit der Sie im heimischen WLAN auf alle Inhalte der NAS zugreifen. zCloud verspricht gegenüber den klassischen Streaming-Apps wie BubbleUPnP folgenden Vorteil: Über den Datei-Browser wählen Sie die Medien aus, die Sie auf Ihrem Smartphone unterwegs dabei haben wollen. Diese werden dann von den zentralen Festplatten auf die SD-Karte des Handys übertragen. So die Theorie.

Leider hält die App nicht, was sie verspricht. Bei unserem Test stürzte die App bei jedem Download-Versuch ab und war auch sonst nicht wirklich stabil. Die Bewertung 3,7 im Google Playstore spricht Bände. Eigentlich ein Klassiker. Die wenigsten Hardware-Hersteller "können" Software.

Streamt die NAS denn auch ruckelfrei?

Fünf HD-Video-Streams und zwei Audio-Streams gleichzeitig beeindrucken den Prozessor nicht im geringsten. Für sieben parallele Streams muss er maximal 36 Prozent seiner Leistung abrufen. Auch der Hauptspeicher ist mit einem Gigabyte ausreichend dimensioniert.

Wo soll die NAS stehen?

Der 120mm-Ventilator schaufelt auch bei 1.000 Umdrehungen pro Minute genug Kühlung durchs Gehäuse. Das macht die NAS leise. Zyxel gibt einen Pegel von 27 dB im Abstand von einem Meter an. Das entspricht der Geräuschkulisse eines sehr ruhigen Zimmers. Ob eine NAS laut ist oder nicht hängt auch von den Festplatten ab. Manche sind echte Radaubrüder, andere dagegen praktisch unhörbar. Mein Fazit: Für eine Vier-Schacht-NAS angenehm ruhig, Klassikliebhaber sollten die NAS trotzdem nicht ins Wohnzimmer stellen. Mit einer Breite von knapp 20 Zentimeter nun einer Höhe von gut 15 Zentimetern hat die NAS auch nicht die schlankste Silhouette. Vier Festplatten brauchen eben Platz ...

Besser nicht

Nach wie vor für Laien nicht empfehlenswert: Die ganzen Cloud-Dienste, die die NAS anbietet. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, Ihr Router ist gut, dann wird er sich wehren und es nicht einfach zulassen, dass die NAS sich mit Zyxels Cloud-Service verbindet. In diesem Fall müssen Sie die Ports manuell konfigurieren.

Wenn Ihr Router sich nicht als Torwächter, sondern nur als Paketzusteller begreift, kann die NAS selbständig die Türchen ins Internet öffnen. Sie bekommen davon nichts mit, außer "Es funktioniert". In diesem Fall ein zweifelhafter Erfolg.

Wenn es um die Sicherheit Ihres Heimnetzes geht, sollten Sie restriktiv vorgehen. Eine Heimwerk-NAS in einen weltweit erreichbaren Cloud-Speicher zu verwandeln, sollten Sie besser echten Netzwerk-Profis überlassen.

Und sonst

Das Energiesparen klappt gut. Die NAS fährt nach zehn Minuten ihre Festplatten herunter und legt sich schlafen. Diese Einstellung lässt sich im Konfigurationsmenü festlegen.

Schwerpunkt unseres Tests sind die Streaming-Fähigkeiten der NAS. Selbstverständlich verfügt die NAS540 über alle Features, die man von einem Produkt dieser Preisklasse erwarten kann. Sie können verschiedene Nutzer und Nutzergruppen anlegen und diesen detaillierte Freigaben zuweisen.

Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich. Man erreicht als Admin alle wesentlichen Punkte mit wenigen Mausklicks.

Fazit

Eine Vier-Schacht-NAS bestückt man nicht mit 1-TB-Festplatten. In so eine NAS gehören Modelle mit 2 oder besser noch 4Terabyte. Dann kostet die NAS summa summarum rund 1.000 Euro. Filmfreunde bekommen für dieses Geld einen leistungsstarken und leisen Massenspeicher mit einer ausgereiften Streaming-Software an Bord. Wer vor allem Musik und Fotos sein eigen nennt, ist mit der preiswerteren Zyxel 325 V2, die wir hier getestet haben, ausreichend bedient.

Das Gemurkse beim Einbau der Festplatten müssen Sie wohl oder übel ertragen.

NAS540 - Preise und Ausstattung

Preise

Preis der NAS (das Gehäuse): Ab 195 Euro bei Amazon*

Das kosten die Festplatten, mit denen Sie die NAS bestücken:

  • 1 Terabyte-Festplatte: ca. 50 €
  • 2 Terabyte-Festplatte: ca. 100 €
  • 4 Terabyte-Festplatte: ca. 200 €
  • 6 Terabyte-Festplatte: ca. 250 €

Ausstattung und Leistung

  • CPU: FreeScale FS1024 Dual Core 1.2 GHz
  • Hauptspeicher: DDR3 1 G
  • Vier 2,5" or 3,5" SATA II Festplatten mit zusammen 24 TB (6 TB x 4)
  • Festplatten-Konfiguration: JBOD, RAID 0/1/5/6/10, RAID5 + Hot Spare
  • Zwei Gigabit Ethernet RJ-45 Anschlüsse
  • Drei USB 3.0-Anschlüsse
  • Eine SDXC card read (Up to 128 GB)
  • Leistungsaufnahme im Betrieb: maximal 36,5 Watt
  • Leistungsaufnahme Hard disk spin-down mode: 14,8 Watt
  • Abmessungen (BxTxH): 190 x 225 x 160 mm
  • Gewicht: 2 kg
  • UPnP und DLNA

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Kommentare

  1. Christoph am 10. Februar 2016 um 20:33 Uhr

    Was im Bericht (besondere) Erwähnung finden hätte sollen, der NAS hat 3 USB 3.0 Schnittstellen.

    Mehr würden zwar nicht schaden, aber fast KEIN NAS hat 3x USB 3.0.
    Oft kommt nur ein oder zwei 3.0er zum Einsatz.

    Das ist ein ganz großer Bonus, wenn man noch externe Platten dazuhängen will.


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