Test: Fritz WLAN Repeater DVB-C - Kabel-TV auf Handy und Tablet

von Ralf Sablowski in Im Fokus, veröffentlicht am 21.11.2014

Mit neuer Hardware Kabel-TV auf mobile Geräte und PCs übertragen und dazu das WLAN einfach erweitern: Diese Funktionen verspricht der Fritz WLAN Repeater DVB-C von AVM. SofaCentral konnte eines der ersten Modelle testen.

Der neue WLAN Repeater DVB-C der Berliner Router- und Heimnetz-Experten von AVM kann nicht nur den Funkbereich eines schnurlosen Heimnetzes erweitern. Als Bonus bringt das brandneue Modell eine Funktion mit, die es in dieser Geräteklasse bisher so nicht gab: Es verteilt frei empfangbare TV- (SD und HD) sowie Radio-Sender aus dem Kabel über Funk an Tablets, Smartphones oder PC. Dabei sind gleichzeitig zwei unterschiedliche Übertragungen möglich, AVM verbaut im Repeater einen DVB-C Doppel-Tuner. Zusätzlich kann es als so genannte LAN-Brücke Geräte ins Funknetz bringen, die von Haus aus lediglich über einen Netzanschluss per Kabel verfügen.

Das rund 100 Euro teure Zubehör ist in einem AVM-typischen eleganten rot-weißen Gehäuse untergebracht. Der Repeater verfügt über klar ablesbare Anzeigen für die Betriebszustände und wird inklusive TV-Kabel, T-Stück für die Verteilung des Kabelsignals sowie einem kurzen Netzwerkkabel geliefert. Damit ist der Nutzer mit allem ausgestattet, was er für den Betrieb des Gerätes benötigt. Das von uns getestete Modell arbeitete mit der Betriebssystem-Version Fritz!OS 6.12, die installierte Version der Fritz TV App war 1.1.0. Wir haben den Test im Zusammenspiel mit einem von Kabel Deutschland gemieteten AVM-Router Fritzbox 6360 cable durchgeführt, der im 2,4 GHz-Band funkt. Der Repeater ist zusätzlich in der Lage, im 5-GHz-Band zu übertragen.

Einfache Installation, kleines Startproblem

Der DVB-C-Repeater kann per WPS-Automatik, Online-Assistent am PC oder manuell eingerichtet werden. Wir konnten WiFi Protected Setup (WPS) nutzen, da der Router diese Komfortfunktion unterstützt. Es genügt dabei, am Repeater und Router jeweils eine Taste zu drücken, die Verbindung der Geräte erfolgt dann selbstständig. Im Test klappte das Zusammenspiel wie versprochen, nach wenigen Minuten war die Verbindung etabliert.
Allerdings hatte die Sache einen kleinen Haken: AVM stellt bei dieser Konfiguration alles so ein, dass der Repeater alle Einstellungen vom Router inklusive dessen Netzwerknamen übernimmt. Der Vorteil dabei: Sicherheitseinstellungen, beispielsweise die Verschlüsselung inklusive Passwort sind danach identisch und man kann im Netz zwischen beiden Zugangsgeräten wechseln, ohne an den Endgeräten, etwa dem Tablet, Einstellungen ändern zu müssen (Roaming). Der Wechsel erfolgt automatisch im Hintergrund, der Anwender bemerkt das überhaupt nicht. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass wir nicht erkennen konnten, ob wir gerade mit dem Router oder dem Repeater verbunden waren. Startet man aber die App bei Verbindung mit dem Router (also nicht dem Repeater), kommt der Fehlerhinweis, dass das verbundene Gerät die DVB-C-Funktion nicht beherrscht.
 

Wir haben deshalb einen entsprechenden Hinweis von AVM befolgt und über die Benutzeroberfläche des Repeaters die Einstellungen des Gerätes so geändert, dass es zwar die Sicherheitseinstellungen behält, aber sich mit eigenem Namen in der Geräteübersicht präsentiert. Anschließend kann der Anwender dann sofort erkennen, ob sein Mobilgerät bzw.PC  tatsächlich beim Repeater angemeldet ist.

Empfang von SD-/HD-TV und Radio über den Fritz DVB-C Repeater

Voraussetzung für den TV-Empfang an Mobilgeräten und PCs ist ein Anschluss für Kabelfernsehen. Der AVM-Repeater wird einfach über das mitgelieferte Kabel und den T-Adapter mit der TV-Wanddose verbunden. Vor dem Verteilen von Kabel-Programmen per Funk muss man einmal den Suchlauf des Repeaters starten, der alle verfügbaren TV- und Radio-Sender automatisch findet und auflistet. Die SD- und HD-Programme werden in getrennten Listen aufgeführt.

Gratis-App für Android und iOS: Fritz TV

AVM bietet für mobile Endgeräte die kostenlose App “FritzTV” über den Google Play Store sowie Apple App Store an. Hat man diese installiert, kann man auf Smartphone oder Tablet die SD-Programme aus dem Kabel anschauen. Derzeit ist der Empfang von HD-Programmen oder Radioprogrammen über die App nicht möglich. AVM hat angekündigt, das in einer späteren Version nachzuliefern.
In unserem Test klappte die Installation auf einem Asus-Tablet problemlos. Der Empfang von TV-Programmen war allerdings je nach Sender mehr oder weniger von Rucklern unterbrochen.

Für den PC: kostenlose Software VLC Player empfohlen

Für den Empfang der Kabelprogramme am PC empfiehlt AVM die kostenlose Software VLC Player. Die Einbindung der Sender ist ein wenig umständlich, aber befolgt man die zum Repeater mitgelieferte Anleitung genau, klappt es. Auch hier war die Freude am Fernsehen allerdings wie bei der Android-App durch schwächeres oder stärkeres Ruckeln während der Wiedergabe der TV-Übertragungen getrübt. Die WLAN-Verbindung scheint nicht die Ursache zu sein, die Transfergeschwindigkeit reichte für andere Anwendungen locker aus.

Schwachpunkt: Repeater-Einsatz für Internet-Kabelkunden

Die Voraussetzung für den TV- und Radio-Empfang mit dem DVB-C-Repeater ist wie beschrieben ein Kabelanschluss. Allerdings empfiehlt AVM die Verbindung zwischen TV-Kabel und Gerät so nah wie möglich an der Kabeldose. Das ergibt allerdings für alle Anwender, die gleichzeitig TV und Internet über das Kabel empfangen, das Problem, das dann Router und Repeater so nah zusammen stehen, dass keine Erweiterung des Funknetzes erfolgt. Wer also Kabelkunde inklusive Internet-Anschluss beim gleichen Anbieter ist, muss entweder auf die Repeater-Funktion verzichten oder einen Kompromiss bei der TV-Verteilung in Kauf nehmen. Denn ein Anschluss an ein vorhandenes TV-Kabel mit größerem Abstand zur Wanddose ist aufgrund der Dämpfung durch die Kabellänge mit schlechterer Signalqualität und entsprechend schwächerem TV-Empfang an den Mobilgeräten und PCs verbunden. Sprich: Der Kunde hat die Wahl zwischen besserem TV-Empfang oder einem wirkungsvollen Repeater-Einsatz mit effizienter WLAN-Vergrößerung.

Fazit

Die Idee, die hinter dem Kombigerät mit Repeater-Funktion und TV-Verteilung per WLAN steckt, ist sehr reizvoll. Allerdings scheint die Technik beim Fritz WLAN Repeater DVB-C von AVM derzeit noch nicht so richtig ausgereift zu sein. Die Apps präsentieren lediglich SD-Programme, der TV-Empfang war beim Test nicht befriedigend. Die Übertragung von HD-Programmen soll laut AVM mit späteren Software-Versionen folgen, mit Updates sollte auch die Übertragungsqualität der Sender steigen. Das könnte dann auch das Dilemma für Kabelkunden mit Internet und TV aus einer Leitung beheben, die sich momentan zwischen Repeater-Funktion und Funkverteilung der Programme entscheiden müssen.

Steckbrief: FritzWLAN Repeater DVB-C

Funktionen
Verteilung von Kabel-TV an Tablets, PCs und Smartphones per Funk (WLAN, zwei parallele Übertragungen)
Vergrößern des WLAN-Funknetzes im 2,4- und 5-GHz-Band (Repeater)
LAN-Brücke zum Einbinden von Geräten ohne WLAN-Anschluss (LAN-Buchse erforderlich)

Komfortfunktionen
Schnellverbindung an Internet-Router per WPS (WiFi Protected Setup)
Online-Assistent für PC (ab Windows Vista)
Android- und iTunes-App "Fritz TV"

Unterstützte Kabel-Programme
TV in SD und HD, Radio

Unterstützte WLAN-Standards
b/g/n/ (2,4 GHz)
a/ac (5 GHz)

Voraussetzungen
Kabel-TV-Anschluss

Lieferumfang
Repeater, LAN-Kabel, Koaxialkabel, T-Adapter für TV-Kabel

Preis
ca. 100 Euro

Hersteller
AVM


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Kommentare

  1. Stephan am 24. November 2014 um 19:48 Uhr

    Hallo, ich hatte mal einen kurzen Austausch mit dem Support von AVM (Vorab-Anfrage; ich habe das Gerät noch nicht), ob man das HD-Signal auch über die LAN-Buchse ausgeben kann - also der PC direkt per Netzwerk-Kabel mit der LAN-Buchse des DVB-C Repeaters verbunden ist - ganz ohne WLAN. Laut Support soll das gehen, mit HD.
    Habt ihr das mal ausprobiert, würde mich interessieren, ob es dann auch noch im VLC ruckelt?
    Danke & Gruß, Stephan

  2. Ralf Sablowski am 24. November 2014 um 21:25 Uhr

    Hallo Stephan,
    ungewöhnliche Idee, das haben wir nicht getestet. Allerdings muss das TV-Kabel ja mit dem Repeater verbunden werden und die Entfernung zur Kabellose nicht zu lang sein. Das Ganze widerspricht dann eigentlich dem Einsatzzweck dieses Kombigerätes, oder?
    Ralf

  3. Stephan am 25. November 2014 um 14:17 Uhr

    Hallo Ralf, ich versuche es mal anders zu beschreiben. Für mich hat das Kombigerät (ich bleibe mal bei dem Begriff) zwei Einsatzzwecke:
    A. es ist ein WLAN-Repeater, und
    B. es speist das TV-Signal ins Heimnetz

    Funktion A interessiert mich nicht.
    Funktion B - das Signal ins Heimnetz zu bringen, kann auf 2 Wegen realisiert werden:
    -> 1. per WLAN sendend. Da sagt euer Test, das ruckelt, sowohl in der App als auch mit VLC.
    -> 2. per LAN: Nehmen wir an, das Kombigerät hängt direkt neben der TV-Kabeldose, kein Problem. Ich schliesse ein Netzwerkkabel an die LAN-Buchse des Kombigeräts an und verbinde dieses Netzwerkkabel mit der klassischen Fritzbox, und auch mein PC hängt mit seinem Netzwerkkabel an der Fritzbox. Laut AVM kann ich dann auf dem PC per VLC das TV-Programm in HD sehen - und ich frage mich, ob es in diesem Fall auch ruckelt?

    Pointierter: Der Einsatzzweck ist für mich, dass das TV-Programm vom Fernseh-Kabel ins LAN ‘eingespeist’ wird - LAN ohne ‘W’. Und damit von allen Geräten konsumiert werden kann, die auch an dieses LAN angeschlossen sind. Dass das Gerät auch per WLAN funken kann, ist nett, aber nebensächlich grin

    Wird so klarer, was ich meine?
    Gruß, Stephan

  4. Andreas am 07. Dezember 2014 um 23:57 Uhr

    Hallo Stephan,
    habe das Teil heute installiert und die selben Interessen wie Du. Das geht prima mit dem VLC-Player, inklusiv Senderliste. Der Program-Guide zeigt bei mir allerdings nur ein paar Programme an, das ist für mich aber eh unnötiger Luxus.
    Also Kabel-TV ins LAN speisen und am PC anschauen geht.
    2 Dinge haben mich gewundert:
    a) Installation: Das Teil verhält sich am LAN zunächst als DHCP-Server. Das steht aber nirgends. Hab ich erst nach 2-3 Stunden Suche im Internet in Foren gefunden. Also RTFM. Teil mit dem PC verbinden heisst: Teil mit dem PC verbinden. NICHT: Teil ins LAN einstöpseln.
    b) Leider geht das Fernsehen auf einem ipad 1 nicht, und dafür wollte ich es eigentlich nutzen. Das ipad1 kann nur ios5, die fritz app braucht aber mindestens ios7. Also deadlock. Ein aufruf der Webseite des Repeaters im ipad zeigt war die dvb-c-Seite, und es erscheint auch ein schwarzer Bildschrim mit “Play”-Dreieck. Das wars aber auch. Habe bisher noch keine app gefunden, mit der ich auf ipad1 mit ios5 den stream anschauen könnte.

  5. Ralf Sablowski am 08. Dezember 2014 um 01:33 Uhr

    Hallo Stephan. Wir haben inzwischen den folgenden Kommentar von AVM erhalten:
    “Zur Leserfrage: Ja, das TV-Signal lässt sich in HD per LAN im Heimnetz
    übertragen.
    Wir haben insgesamt gutes Feedback zum DVB-C-Repeater erhalten. Dass es bei
    Ihnen im Test noch ruckelte, ist natürlich nicht optimal.
    Wir werden bis Ende des Jahres noch eine Repeater-Firmware veröffentlichen,
    die die Stabilität noch verbessern soll.”

  6. Stephan am 10. Dezember 2014 um 10:39 Uhr

    Hallo zusammen,
    danke für das Feedback, das klingt doch gut!
    Schönen Gruß, Stephan

  7. Stephan am 07. Januar 2015 um 14:53 Uhr

    Update aus der Praxis: 
    HD-Einspeisung per LAN (=Kabel) ins Heimnetz funktioniert, Betriebsmodus “LAN-Brücke”.
    Eng wird’s nur, wenn man auf beiden parallelen Übertragungen des Repeaters HD schauen will (Szenario bei mir: zwei Notebooks hängen per Kabel am Netgear Switch, der DVB-C-Repeater ebenso, auf beiden Notebooks läuft der VLC). Ruckelt aber nicht, sondern ein VLC bleibt schlicht schwarz. Die Kombi aus HD und SD klappt wiederum problemlos. Gruß, Stephan


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