Test BubbleUPnP - die universelle Video und Musik Streaming-App?

von Holger Giesemann in Im Fokus, veröffentlicht am 13.07.2014

Die App BubbleUPnP hat den Ruf, Android-Mobilgeräte in Streaming-Alleskönner zu verwandeln. In unserem Praxis-Test muss BubbleUPnP zeigen, was die App beim Medien-Streaming wirklich kann.

Im Google Play Store gehört BubbleUPnP des Anbieters “Bubblesoft” mit einem Durchschnitt von über 4,5 Sternen zu den am besten bewerteten Multimedia-Streaming-Apps. Wir wollten wissen, was diese App beim Streamen von Videos und Musik so beliebt macht. Dazu haben wir die Funktionen, die Bedienung, sowie das Zusammenspiel mit einigen unterschiedlichen Medien-Speichern und Medien-Abspielern in Heimnetzwerk-Umgebungen getestet.

Nach der Installation der App wirkt BubbleUPnP zunächst noch recht unspektakulär. Auf den ersten Blick glaubt man lediglich eine weitere normale App für die Musik-, Video- und Foto-Wiedergabe vor sich zu haben, mit der man die auf Mobilgeräten gespeicherten Dateien lokal abspielen kann. BubbleUPnP macht durch das UPnP im Namen allerdings bereits deutlich, dass diese App vor allem für den Umgang mit Mediendateien im Heimnetzwerk per UPnP-Streaming gemacht ist. Und auch mit der UPnP-Weiterentwicklung namens DLNA soll BubbleUPnP bestens klarkommen.

BubbleUPnP löst das DLNA-Kompatibilitäts-Versprechen ein

Um ein Fazit gleich vorweg zu nehmen: Tatsächlich liegen im Multimedia-Streaming in Netzwerken die großen Stärken von BubbleUPnP. In unserem Test in mehreren unterschiedlichen Heimnetzwerken hat BubbleUPnP automatisch, schnell und sehr zuverlässig alle vorhandenen Geräte mit Medien-Fähigkeiten erkannt und gemäß ihrer jeweiligen Eigenschaften ansteuern können. BubbleUPnP holte das Beste aus allen Geräten in unseren Netzwerken, die irgendwie zum Streaming, der Wiedergabe oder dem Bereitstellen von Musik, Video oder Bildern geeignet sind.

Einige Beispiele: Windows-7-Rechner mit Medienfreigaben, FritzBox-Router mit Media-Server-Funktion, Smart TVs von Samsung, Panasonic und LG, diverse Smartphones und Tablets, ein Google Chromecast HDMI-Stick, AV-Receiver von Denon und Onkyo, diverse Blu-ray-Player, Synology Disk Station, QNAP und Zyxel NAS-Speicher, PS3 und XBox360 Spielekonsolen: BubbleUPnP erkannte in unserem Test all diese Geräte zuverlässig und konnte verschiedenste Medien-Dateien von allen vorhandenen Netzwerk-Speichern abrufen und diese selbst abspielen oder auf anderen Geräten abspielen lassen.

Sogar auf einen Exoten wie ein Windows RT Tablet (mit laufender "Multimedia 8"-App) konnten wir mit BubbleUPnP problemlos vom Handy aus Videos und Musik streamen.

Dieser sichere Umgang mit den verschiedensten Media Devices ist durchaus nicht selbstverständlich. Durch den UPnP- oder DLNA-Standard sollen kompatible Geräte ja eigentlich untereinander auf Video- und Audio-Dateien im gleichen Netzwerk zugreifen und diese abspielen können. Das klingt theoretisch sehr gut, in der Praxis steckt der Teufel allerdings im Detail. Das eine UPnP-/DLNA-Gerät im Netzwerk kann dieses, das andere jenes nicht: Frust ist vorprogrammiert. Auch viele Multimedia-Streaming Apps haben hier mehr oder minder ausgeprägte Schwächen.

Mit BubbleUPnP traten derlei Probleme erfreulicherweise nicht auf. Die App erweist sich als ein wirklich hochkompatibler zentraler Media-Streaming-Steuerungsknoten.

Wer mehr über die zugrunde liegenden Standards zum Medienaustausch wissen möchte: Zum Glossar-Eintrag DLNA, zum Glossar-Eintrag UPnP

BubbleUPnP als Remote-Renderer

Das Abspielen der Videos, Musikstücke und Fotos ist zum Einen auf dem Mobilgerät selbst möglich (als "Local Renderer"). Oder BubbleUPnP sendet die jeweilige Datei an beliebige verfügbare DLNA-/UPnP-kompatible Player / Abspieler ("External Renderer") im Netzwerk und lässt sie dort abspielen.

Eine spezielle Eigenschaft und fast schon ein Alleinstellungsmerkmal von BubbleUPnP ist die Funktion als "DLNA-Remote-Renderer". Das bedeutet, dass andere UPnP-/DLNA-kompatible Geräte ein Smartphone oder Tablet mit laufender BubbleUPnP-App zuverlässig als Abspieler erkennen, problemlos Medien-Dateien an dieses Gerät streamen, und die Medienwiedergabe somit fernsteuern können.

Diese Funktionalität als fernsteuerbarer Renderer bieten - auch im Jahr 2014 - bisher nur ganz wenige Android-Apps. Ein paar sehr praktische Anwendungen dieser Eigenschaft haben wir detailliert in eigenen Beiträgen beschrieben: Filme, Videos und Fotos drahtlos auf jeden HDMI-Fernseher streamen und Musik auf die HiFi-Anlage streamen - drahtlos, günstig und bequem.

BubbleUPnP macht das Android-Mobilgerät zum Media-Server

Optional fungiert ein Mobilgerät mit BubbleUPnP auch als DLNA-Server. Damit werden auf Wunsch die lokal auf dem Gerät und gegebenenfalls der SD-Karte gespeicherten Medien-Dateien zum Abruf durch andere DLNA-Geräte im Netzwerk zur Verfügung gestellt. Das funktionierte in unserem Test problemlos. Es lässt sich auch einstellen, bestimmte Ordner nicht im Netzwerk freizugeben.

Control Point: BubbleUPnP als DLNA-Fernbedienung

BubbleUPnP ließ sich während unserer Tests sehr einfach und bequem als eine Art Fernbedienung zur Steuerung anderer UPnP-/DLNA-Geräte verwenden. Im Streaming-Fachchinesisch heißt diese Funktion "Control Point". So können Sie beispielsweise das Notebook oder die NAS anweisen, Musik an den AV-Receiver, oder Filme an den Fernseher zu streamen. Das Mobilgerät mit BubbleUPNP gibt dann nur noch die Kommandos zur Titel-/Playlist-Auswahl, zum Starten, Pausieren sowie Titel-Skippen, und übernimmt die Lautstärkeregelung. Da das Mobilgerät somit nicht mehr selbst Dateien streamen muss, wirkt sich das spürbar positiv auf dessen Akku-Laufzeit aus.

Audio-Streaming: Nur her mit den Musik-Files, BubbleUPnP streamt fast alles

Im Audio-Bereich bietet BubbleUPnP technisch fast alles, was derzeit möglich ist, und spielte in unserem Praxistest auch praktisch alle gängigen Dateiformate ab, bis auf die relativ selten vorkommenden AIFF-Files (das von Apple-genutzte Pendant zu hochaufgelösten WAV-Files). In einem eigenen Beitrag werden wir in Kürze auf die Audio-Fähigkeiten von BubbleUPnP noch detailliert eingehen.

Bedienung und Oberfläche von BubbleUPnP: Neue Version 2 ist zugänglicher

Bei der Bedienoberfläche von BubbleUPnP wurde vom Entwickler bislang die funktionale Beherrschung der vielfältigen Funktionen für wichtiger erachtet als eine durchgestylte Optik. In der neuen App-Version 2.0.x vom Sommer 2014 hat die Bedienoberfläche allerdings eine grundlegende Überarbeitung erfahren. Sie wirkt jetzt nicht nur optisch attraktiver, sondern ist aus unserer Sicht auch zugänglicher und leichter bedienbar als in vorherigen Versionen. Trotz der aufwändigeren Optik ist die Geschwindigkeit der Umsetzung von Bedienvorgängen erfreulicherweise nach wie vor sehr hoch.

Die Möglichkeiten zur Personalisierung der Bedienung sind äußerst umfangreich. Dadurch kann sich der geneigte Nutzer bei Bedarf selbst einstellen, was für eine Aktion bei welchem Fingertipp, langem Drücken oder Wischen passieren soll.

BubbleUPnP bringt auch Widgets in verschiedenen Größen mit, so dass Sie von Ihrem Startbildschirm oder auch Sperrbildschirm aus die wesentlichen Abspiel-Funktionen bedienen können, ohne extra in die App wechseln zu müssen.

Kontinuierliche Weiterentwicklung mit Ohr für die Wünsche der Nutzer

Der Entwickler “Bubblesoft” pflegt die App kontinuierlich und bereits seit Jahren sehr engagiert. Man geht dabei erfreulicherweise auch auf sinnvolle Feature-Anfragen und Vorschläge der Nutzer ein. So wurde und wird Stück für Stück der Funktionsumfang erweitert, beispielsweise war BubbleUPnP eine der ersten Streaming Apps, die zuverlässig Videos, Musik und Fotos auf den Google Chromecast HDMI-Stick streamen konnte.

Was fehlt Bubble UPnP noch zum Streaming-Alleskönner?

Ein paar kleine Lücken in der Funktionsvielfalt weist BubbleUPnP durchaus auf. Insbesondere ist das Streamen von gerade live aus dem Internet abgerufenen Videos, beispielsweise von YouTube, ohne Umwege leider nicht möglich. Zwar können über eine Extraktion der Video-URL (zum Beispiel mittels einer App namens SemperVidLinks) Videos von YouTube und DailyMotion dann irgendwie doch über BubbleUPnP gestreamt werden. Direkter und deutlich einfacher geht das Live-Streaming von Internet-Videos allerdings über die App Twonky Beam. Näheres dazu lesen Sie in unserer Vorstellung der App “Twonky Beam".

Ein gewisser Nachteil, der anfangs für Verwirrung sorgen kann, ist die Tatsache, dass BubbleUPnP von sich aus keine Video-Medienformate (Codecs) dekodieren kann. Die App verlässt sich auf die Dekodier-Fähigkeiten der sonstigen auf dem gleichen Gerät installierten Media-Player. Hat man also einen guten lokalen Media-Player installiert, beispielsweise MX Player, BS Player oder Mobo Player (allesamt als kostenlose Versionen im Google Play Store zu bekommen), spielt BubbleUPnP auch alles an Formaten und Format-Containern ab, was diese Player können, inklusive mkv und Flash (flv) Videos.

Test-Fazit: BubbleUPnP trägt zu Recht den Ruf als All-in-one Streaming-Lösung

Wer nach einer (fast) universellen DLNA- / UPnP- / Streaming-App für Android sucht, ist hiermit fündig geworden. BubbleUPnP hat in unserem Test mit einer hervorragenden Funktionalität, Kompatibilität und Zuverlässigkeit überzeugt. Ein Android-Mobilgerät mit installierter BubbleUPnP-App spielt praktisch alle innerhalb eines Heimnetzwerkes gespeicherten Videos, Musikstücke und Fotos ab, und das - bildlich gesprochen - von überall nach überall. Ob vom Handy zum Fernseher, vom NAS zum Tablet, von einem Smartphone zum anderen - mit dieser App haben Sie ein vielfältig einsetzbares Schweizer Taschenmesser des Streamings immer dabei.

Ergänzung 20.03.2015:
Wer den oben erwähnten "Devices"-Eintrag vermisst: In neueren Versionen von Bubbleupnp verbirgt sich die Device-Auswahl unter LIBRARY. Wählen Sie zunächst den LIBRARY-Reiter, ein Fingertipp links oben in der Ecke auf die drei Striche öffnet ein Menü. Dort sind nun auch die "Device"-Einträge zu finden, unter "RENDERER" lässt sich das Abspielgerät wählen, und darunter bei "LIBRARY" wie bisher der Speicherort der zu streamenden Musik- oder Videodateien.


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