Samsung Smart-TV - Alleskönner mit eingebautem Frustpotential

von Ralf Sablowski in Im Fokus, veröffentlicht am 22.11.2013

Hurra - der neue Fernseher ist da! 46 Zoll Diagonale, 3D und das Rundumsorglos-Paket namens Smart Hub sind beim Samsung inklusive. Schnell den Vorgänger von der Wand abnehmen und den Neuen aufstellen. Und dann? Muss ich lernen, dass enorme Vielfalt und einfache Bedienung gegensätzliche Pole sind. Erste Eindrücke von meinem neuen Männerspielzeug.

Ohne Fleiß kein Preis. Dieses schöne deutsche Sprichwort geht mir in den ersten Stunden nach der Einrichtung der ersten Einstellungen mehrfach durch den Kopf. War ich zunächst noch ein wenig verwundert darüber, dass Samsung seinen Kunden zumutet, den Standfuß des TV-Gerätes mit einem Kreuzschlitz-Schrauber eingenhändig zu montieren, freute ich mich dann über die einfachen Anfangsschritte. Die Installation inklusive Sendersuchlauf, alles kein Problem. Die ersten kommen dann anschließend aber recht schnell. Und das liegt vor allem daran, dass der neue Fernseher, Modell F6500, mich mit seiner immensen Funktionsvielfalt einfach überfordert. Wo finde ich nochmal welche Einstellung? Wie rufe ich die integrierten Apps auf? Und wie wechsle ich noch einmal auf die an den Netzwerkwerkserver angeschlossene Festplatte und die dort gespeicherten Videos, Fotos und Musikdateien?

Dieses TV-Gerät hört aufs Wort

Er kann analoge und digitale Sender empfangen, hat drei Tuner (für Kabel, Satellit und DVB-T) und findet mein WLAN auf Anhieb. Das ist noch alles sehr entspannt, die Tücken lauern im Detail und zeigen sich schnell. Ein Beispiel? Samsung liefert gleich zwei Fernbedienungen mit, eine klassische und eine mit Touchpad und für die Sprachsteuerung. Jawohl, ich kann mein TV-Gerät jetzt per Zuruf steuern. Das ist aber nicht unbedingt das, was ich will, und so greife ich auf die klassische Steuerung zurück. Doch auch mit dieser finde ich zunächst nicht immer genau das, was ich eigentlich suche. Übrigens: Auch eine Bewegungssteuerung wäre drin, hätte ich die zusätzlich nötige TV-Kamera (Kostenpunkt knapp 90 Euro). Habe ich nicht, brauche ich momentan auch noch nicht - will nicht noch mehr Verwirrung rund ums Sofa.

Ich muss erst einmal die Basics begreifen, und das ist ohne Handbuch nicht so leicht. Ohne Handbuch? Naja, Samsung liefert wie inzwischen marktüblich ein karges, gedrucktes Manual für die Erstinstallation mit; auf ein ausführliches Print-Handbuch mit der umfassenden Funktionsbeschreibung muss ich leider verzichten. Das so genannte E-Manual ist in die Software des Fernsehgerätes integriert. Wenn ich also etwas nicht verstehe, muss ich auf dem Bildschirm die entsprechende Passage suchen, nachlesen und mir merken. Denn für eine neue Einstellung muss ich ja das elektronische Handbuch verlassen und den entsprechenden Menüpunkt wählen. Umständlich. Ich habe mir von der Samsung-Seite das Handbuch als PDF auf unser Tablet geladen und lege das in Reichweite der Fernbedienung. Macht alles gleich viel einfacher. Das PDF-Handbuch hat übrigens knappe 200 gut gefüllte Seiten, da wundert es nicht wirklich, dass sich dem geneigten Samsung-Besitzer nicht jedes Detail gleich auf Anhieb erschließt.

Komfortfunktionen sorgen für Verwirrung auf dem Sofa

Eine weitere “Komfortfunktion” hat bei mir zunächst für leichte Kopfschmerzen gesorgt: Dank aktiviertem Anynet+ schaltet mein TV-Gerät beim Start den angeschlossenen HD-Rekorder sowie den AV-Receiver von Onkyo gleich mit ein. Die Steuerung erfolgt per HDMI, und macht zunächst Dinge, die ich a) so nicht wollte, oder b) so nicht erwartet hatte. Bis man damit wirklich glücklich ist, kann es schon ein wenig dauern. Damit das alles funktioniert, muss zudem die HDMI-Vernetzung korrekt sein, Samsung reserviert dafür die HDMI-Buchse 2. Das habe ich nach einer ordentlichen Portion Frust wo gefunden? Na klar, im Handbuch auf meinem Tablet.

Probleme für die beste Ehefrau von allen

So weit, so gut. Inzwischen haben wir uns schon spürbar aneinander gewöhnt, mein neues Hightech-Spielzeug und ich. Bild ist super, Ton in Ordnung, Ausstattung und Funktionen - alles bestens. Doch gestern hatte ich einen weiteren Aha-Effekt: Kam vom Sport zurück und hatte meine beste Ehefrau von allen mit dem Samsung allein gelassen. Nach meiner Rückkehr wurde ich mit folgenden Worten begrüßt: “Mann, was für ein Abend. Ich habe den Fernseher ja kaum zum Laufen gebracht.” Ok, ich hatte verstanden - heute gab es eine kleine Einführung in die grundlegende Bedienung des neuen TV-Gerätes. Heute Abend will ich nämlich wieder zum Sport.


Das könnte Sie auch interessieren

Abgelegt unter: fernbedienung, fernseher, kauf, komfort, smart tv, smart-tv, spielzeug, tv, verwirrung




Kommentar schreiben

Ihr Kommentar