LG-Fernseher spionieren Zuschauer aus - was Sie dagegen tun können

von Ralf Sablowski in Im Fokus, veröffentlicht am 23.11.2013

Welle der Empörung: Der britische Blogger Jason Huntley fand heraus, dass TV-Geräte von LG Informationen über das Nutzerverhalten an die Server des Unternehmens schicken. Und zwar auch dann, wenn der Zuschauer diese Funktion ausdrücklich deaktiviert hat.

Huntley hatte in seinem Blog angeprangert, dass die smarten Fernsehgeräte von LG Daten an die hauseigenen Server übermitteln. Die Fernseher senden beispielsweise Informationen über Programmwechsel oder Dateinamen von Videos auf einem angeschlossenen USB-Stick. Das passiere auch dann, wenn im Menü die Privatsphäre-Einstellung aktiviert sei, wird Huntley beispielsweise von Golem.de oder Spiegel online zitiert. Die Daten werden über den Internet-Zugang der TV-Geräte an Server von LG geschickt.

In einer Stellungnahme auf seiner Internetseite erklärt LG Electronics seit kurzem, dass es nach Veröffentlichung der Medienberichte die Behauptungen untersucht habe. Man habe “verifiziert, dass auch bei Abschaltung dieser Funktion durch die Zuschauer weiterhin Informationen zum Sehverhalten weitergeleitet werden, ...” Diese Daten würden vom Server nicht aufbewahrt und sollten keine personenbezogenen Daten enthalten, sondern ausschließlich Informationen zum Sehverhalten übermitteln. Laut der Ankündigung von LG Electronics “wird ein Firmware-Update zur sofortigen Auslieferung erstellt, das dieses Problem auf allen betroffenen LG Smart TV behebt, so dass bei ausgeschalteter Funktion keine Daten übertragen werden.”

Schutz vor Datenmissbrauch: Zugang des Fernsehers zum Internet einschränken

Trotzdem fragt man sich als Nutzer, was man tun kann, um sich vor Spionage und Datenmissbrauch zu schützen. Das einfachste wäre in diesem Fall, das TV-Gerät komplett vom Internet abzukoppeln. Das ist radikal und hat zur Folge, dass die Fähigkeiten eines Smart TV nicht ausgereizt werden können. Das betrifft etwa den Empfang von Streams, beispielsweise von Verleihern wie Lovefilm.de oder Videoportalen wie Youtube. Wer auf diesen Komfort nicht verzichten will, hat weitere Optionen, beispielsweise kann er den Router in seinem Netzwerk so einstellen, dass dieser dem TV-Gerät den Zugang zu bestimmten Internet-Adressen verweigert.

So geht´s: Zugang zu Internet-Seiten mit der Fritzbox sperren

Bei der weit verbreiteten Fritzbox geht das beispielsweise, indem man in den Einstellungen (mit dem Browser zu erreichen nach Eingabe von “http://fritz.box”) unter dem Menüpunkt “Internet” die Auswahl “Filter” anklickt und dann den Reiter “Listen” wählt. Im neuen Fenster klickt man im Abschnitt “Filterlisten” hinter dem Punkt “Gesperrte Internetseiten (Blacklist)” auf “bearbeiten”.

In der folgenden Eingabemaske kann man im Netzwerk nun die Namen (URLs) der Seiten festlegen, die über den Router nicht mehr aufgerufen werden sollen und speichert die Auswahl. Wichtig: Ist ein Filter für Internetseiten aktiv, ist der direkte Aufruf von IP-Adressen generell gesperrt. Ausnahmen kann man in der Liste erlaubter IP-Adressen festlegen, der sogennanten Whitelist. Diese Ausnahmen legen Sie unter dem Punkt “Erlaubte IP-Adressen” (ebenfalls im Abschnitt “Filterlisten”) fest. So lassen sich gewünschte Seiten wie etwa Youtube , Wachever, Maxdome, Tagesschau weiterhin aufrufen, während alle anderen Verbindungen blockiert werden.

Über den Reiter "Kindersicherung" weisen Sie die gewünschten Filter einem bestimmten Gerät im Netzwerk zu. Mit einer restriktiven Whitelist bändigen Sie den Fernseher ohne dabei den Internet-Zugang für Ihre Computer und Tablets gleich mit abzuwürgen.


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